das alte Jahr neigt sich dem Ende zu, und in der 2. Jahreshälfte wurde es nochmal richtig heiß und eng in meinem Auftragsbuch (Danke ans Land Brandenburg für die späte Haushaltsfreigabe). 😉
Dieses Jahr ging es von Pritzwalk bis Dresden und vom Oderbruch bis nach Rathenow. Ich habe online und offline gearbeitet, war unterwegs in den Systemen Kita, Schule, Kirche, Mobile Soziale Arbeit, OKJA, Jugendpolitik und Jugendverbandsarbeit, und thematisch ging es von der Begleitung bei der Konzeptentwicklung zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und pädagogischen Konzept weiter über Prozessmoderationen zu Training, Supervision, Teamentwicklung, Führungskräfte-Coaching, Konflikt-Coaching bis hin zur Mediation – es war ein echt buntes Programm, das ihr mir da geboten habt. Ich habe ca. 15 Flipchartblöcke, 6 Edding-Nachfüllfässchen, hunderte Moderationskarten, ungezählte Klebepunkte, 3 Rollen Kreppband und 6 Druckerpatronen verbraucht, und das, obwohl ich Plakate durchaus wiederverwende.
Ihr habt mich auf Trab gehalten – aber so macht es Spaß!
Euch allen vielen herzlichen Dank – ich freue mich auf das nächste Jahr mit Euch und Ihnen. 🙂
Coaching Hunger im November 2025 in der Prozessmoderation bei Power³ – der kommunalen Jugendarbeit der Ämter Schenkenländchen, Lieberose/Oberspreewald, Unterspreewald im Kreis Dahme/Spreewald. Foto: Madlen Langer, Jugendkoordinatorin Amt Schenkenländchen.
Das Land Brandenburg war Vorreiter, im Sommer hat der Bund nachgezogen: Endlich sollen in Deutschland per Gesetz alle Organisationen, Einrichtungen und Projekte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, Schutzkonzepte gegen (sexualisierte) Gewalt entwickeln.
Ein solches Gewaltschutz-Konzept darf bloß nicht von einer einsamen Fachkraft im stillen Kämmerlein geschrieben werden. Wirksame Schutzkonzepte werden in einem partizipativen Organisationsentwicklungsprozess gemeinsam von (haupt- und/oder ehrenamtlichen) Mitarbeitenden der Organisation und unter Einbeziehung der jungen Menschen entwickelt. Dabei werden für jede Organisation individuell gangbare Wege gesucht, um die Organisation zu einem sichereren Ort für junge Menschen zu machen.
Dazu ist eine gute Moderation und ein vernünftiges Prozessdesign unabdingbar – und hier komme ich ins Spiel. Das ist genau das, was ich kann – und aufgrund der neuen Gesetzeslage sind Gewaltschutzkonzepte das, was ich schon seit rund zwei Jahren am Meisten mache. Und das auch noch wirklich gerne!
Wie läuft so eine Konzeptentwicklung ab?
Der Prozess startet stets mit einer Risiko-und Potentialanalyse, die herausstellt, welche Ressourcen, Kenntnisstände und bewährten Praktiken schon vorhanden sind – und was noch fehlt oder überarbeitet werden müsste. Wir schauen dabei Leitbild und pädagogisches Konzept an, ich frage nach Feedbackmöglichkeiten und Beschwerdewegen, wir legen die Organisationskultur auf den Prüfstand und schauen uns Partizipationsmöglichkeiten für Mitarbeitende und Nutzer*innen an, und fragen nach medien- und sexualpädagogischen Bedarfen. Ganz nebenbei bilden sich die Prozessbeteiligten dabei fort und nehmen viele Anregungen für ihre alltägliche praktische Arbeit mit.
Klingt nach viel, ist es auch. Was aber dabei unterschätzt wird: Das ist kein langweiliges Konzepteschreiben, was wir hier machen. Es ist Methodentraining, kollegiale Beratung, Haltungsentwicklung, Arbeit am und mit dem Kind, sprich: 90% Praxis. Klar, am Ende muss dann doch jemand aufschreiben, was wir alles gemacht haben. Aber das muss sich diese Person nicht aus den Fingern saugen – sie wird es erlebt haben.
Ich spüre einfach, wie ich mich in meiner fachlichen Kompetenz durch die Schutzkonzeptentwicklung mit Christina Hunger weiterentwickelt habe, wie wir alle in der BBL uns fachlich weiterentwickeln, und das wird auch in Zukunft noch so weitergehen müssen. Das ist echte Organisationsentwicklung!“ (Flora Hirshfeld, Geschäftsführerin Berlin-Brandenburgische Landjugend am 12.11.2025)
Es ist Arbeit, aber von der Sorte, weshalb ihr den Job mal gewählt habt. Arbeit, die den jungen Menschen bei euch wie auch euch Mitarbeitenden spürbar zugute kommt. Sinnstiftende Arbeit.
Seit heute bin ich zertifizierte INQA Coach des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Durch INQA tun sich neue Fördermöglichkeiten für die größeren Organisationsentwicklungsprozesse meiner Kund*innen auf. 🙂
Förderfähig sind mehrmonatige Organisationsentwicklungsprozesse von kleinen und mittleren Unternehmen, d.h. Betriebe mit einer Größe zwischen einer und 250 angestellten Personen. Gefördert werden 80% der Kosten meiner Begleitung eines Organisationsentwicklungsprozesses.
Zu den weiteren Bedingungen informiere ich euch gerne!
Heute durfte ich auf dem 4. Bundeskongress Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS) und dem Kollegen Jan Kasiske das Berater:innenprogramm des MBJS vorstellen. Trotz des späten Slots am Ende des Bundeskongresses fanden noch rund 30 Besucher:innen zu uns und haben viele interessierte Fragen gestellt.
Das Berater:innenprogramm ist einzigartig in Deutschland. Eine Teilnehmerin sprach sicher für alle Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit, als sie am Ende ausrief: „So ein Beratungsprogramm hätten wir in unserem Bundesland auch gerne!“ 🙂
Seit heute darf ich mich ganz offiziell zertifizierte Mediatorin nennen. Meine Ausbildung ist staatlich anerkannt nach ZMediatAusbV, außerdem bin ich Mitglied im Bundesverband Mediation (BM).
Ihr könnt mich für eure Konfliktmoderationen buchen. Die ersten Jugendverbände haben dies bereits in diesem Jahr schon getan. Ich freue mich sehr auf weitere Anfragen.
Ich teile hier herzlich gerne die aktuelle Positionierung meines Dachverbandes DGSF zum einem Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums zum Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen vom 15.04.2024.
Der Gesetzesentwurf greift verschiedene Entwicklungen auf und zielt ab auf
die Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen
die Fortentwicklung von Aufarbeitungsprozessen in Deutschland und Sicherstellung von Unterstützungsleistungen zur individuellen Aufarbeitung
die weitere Stärkung von Prävention und Qualitätsentwicklung im Kinderschutz
die Einführung von wissenschaftlich ausgerichteten Fallanalysen zur Aufarbeitung von problematischen Kinderschutzfällen
Die DGSF unterstützt die Ziele des Gesetzgebers in ihrer Stellungnahme, hat aber auch Anmerkungen und weist auf Nebenwirkungen hin.
Ich schließe mich dieser Stellungnahme vollumfänglich an.
Zum Jahreswechsel ist es ja ein bisschen ruhiger in der Jugendarbeit. Da hatte ich dann mal Zeit, den Online-Kurs selbst durchzutesten, den ich den Verbänden des Landesjugendrings Brandenburg kürzlich bezüglich ihrer Schutzkonzeptentwicklung empfohlen hatte, die ich im Rahmen des Kompetenzteams begleiten darf.
Kann nur sagen: Der Kurs taugt was! Die 12h Zeit, die man dafür braucht, sind bestens investiert.
das erste Jahr meiner Selbständigkeit ist seit drei Wochen vorüber. Nun neigt sich auch 2023 dem Ende zu. Ich bin euch allen zu tiefem Dank verpflichtet – für eure Aufträge, eurer Feedback, euren Zuspruch. Ihr seid dafür verantwortlich, dass meine neue Tätigkeit ein echtes Vergnügen ist.
Ich freue mich schon auf unser gemeinsames Jahr 2024!
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr
wünscht euch herzlichst,
eure Christina Hunger
P.S.: NEU: Ab März 2024 könnt ihr mich auch als Mediatorin buchen. Im Rahmen meiner Ausbildung zur staatlich zertifizierten Mediatorin bei Evang. Hochschule Berlin/Triangel Institut e.V. gibt es mich bis zum 31.7.2024 zum halben Stundensatz (nur 60€ statt 120€ für Geschäftskund*innen. Für Non-Profit Organisationen gilt wie immer: Verhandlungssache.).
Ich qualifiziere mich ab November schon wieder weiter. Nächster Stopp: Zertifizierte Mediatorin – das bin ich dann ab der zweiten Jahreshälfte 2024. Warum? Erstens: Weil ich in letzter Zeit mehrfach gefragt wurde, ob ich eigentlich auch Mediatorin sei, da gäbe es ein zerstrittenes Team usw. Konflikte gibt es leider immer und überall, auch in der Jugendarbeit. Es menschelt halt. Deshalb ist es toll, dass die Möglichkeit einer Mediation mittlerweile so bekannt und nachgefragt ist. Zweitens: Weil’s geht. Ich kann einfach nicht leben, ohne dazu lernen zu wollen. 🙂
„Fotofinish“ ist eine meiner Lieblingsmethoden für Teamtage, Vorstandsklausuren und vieles mehr. Eine scheinbar simple Aufgabe: Liebes Team, startet an Linie A und überschreitet die Linie B gemeinsam und gleichzeitig mit demgleichen Fuß, ohne zwischendurch anzuhalten. Einziger Haken: Sobald ihr Linie A überschritten habt, dürft ihr nicht mehr reden oder andere Laute von euch geben.
Ich habe dieses Kommunikations- und Teamspiel schon oft mit verschiedenen Gruppen gespielt, aber noch nie hat ein Team so schnell eine Lösung gefunden, wie der frisch gewählte Vorstand des Landesjugendrings Brandenburg!