
Das Land Brandenburg war Vorreiter, im Sommer hat der Bund nachgezogen: Endlich sollen in Deutschland per Gesetz alle Organisationen, Einrichtungen und Projekte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, Schutzkonzepte gegen (sexualisierte) Gewalt entwickeln.
Ein solches Gewaltschutz-Konzept darf bloß nicht von einer einsamen Fachkraft im stillen Kämmerlein geschrieben werden. Wirksame Schutzkonzepte werden in einem partizipativen Organisationsentwicklungsprozess gemeinsam von (haupt- und/oder ehrenamtlichen) Mitarbeitenden der Organisation und unter Einbeziehung der jungen Menschen entwickelt. Dabei werden für jede Organisation individuell gangbare Wege gesucht, um die Organisation zu einem sichereren Ort für junge Menschen zu machen.
Dazu ist eine gute Moderation und ein vernünftiges Prozessdesign unabdingbar – und hier komme ich ins Spiel. Das ist genau das, was ich kann – und aufgrund der neuen Gesetzeslage sind Gewaltschutzkonzepte das, was ich schon seit rund zwei Jahren am Meisten mache. Und das auch noch wirklich gerne!
Wie läuft so eine Konzeptentwicklung ab?
Der Prozess startet stets mit einer Risiko-und Potentialanalyse, die herausstellt, welche Ressourcen, Kenntnisstände und bewährten Praktiken schon vorhanden sind – und was noch fehlt oder überarbeitet werden müsste. Wir schauen dabei Leitbild und pädagogisches Konzept an, ich frage nach Feedbackmöglichkeiten und Beschwerdewegen, wir legen die Organisationskultur auf den Prüfstand und schauen uns Partizipationsmöglichkeiten für Mitarbeitende und Nutzer*innen an, und fragen nach medien- und sexualpädagogischen Bedarfen. Ganz nebenbei bilden sich die Prozessbeteiligten dabei fort und nehmen viele Anregungen für ihre alltägliche praktische Arbeit mit.
Klingt nach viel, ist es auch. Was aber dabei unterschätzt wird: Das ist kein langweiliges Konzepteschreiben, was wir hier machen. Es ist Methodentraining, kollegiale Beratung, Haltungsentwicklung, Arbeit am und mit dem Kind, sprich: 90% Praxis. Klar, am Ende muss dann doch jemand aufschreiben, was wir alles gemacht haben. Aber das muss sich diese Person nicht aus den Fingern saugen – sie wird es erlebt haben.
Ich spüre einfach, wie ich mich in meiner fachlichen Kompetenz durch die Schutzkonzeptentwicklung mit Christina Hunger weiterentwickelt habe, wie wir alle in der BBL uns fachlich weiterentwickeln, und das wird auch in Zukunft noch so weitergehen müssen. Das ist echte Organisationsentwicklung!“ (Flora Hirshfeld, Geschäftsführerin Berlin-Brandenburgische Landjugend am 12.11.2025)
Es ist Arbeit, aber von der Sorte, weshalb ihr den Job mal gewählt habt. Arbeit, die den jungen Menschen bei euch wie auch euch Mitarbeitenden spürbar zugute kommt. Sinnstiftende Arbeit.
Bock auf Schutzkonzept?
Dann lasst uns reden. 😉
